

Parametric Space
Project study for the symposium ‚Designing the Invisible‘
International Design Forum Ulm, 1998
Parametric Space deals with the dominance of visuality within the perception of space. It engages the five human senses equally and includes memory and imagination as active tools for the creation of space. As a result, it activates possibilities of perception and gives control over perception. This includes the possibility to reduce one‘s sensual stimulation or the creation of new spatial typologies through the combination of different activities or events. Parametric Space is a three dimensional concept which describes a new perspective on spatial perception and sharpens one‘s consciousness in order to make new connections between the human body and its surroundings.
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Der verborgene Raum
Auszug aus der Dissertation “Raumentgrenzung” an der Architekturfakultät der Technischen Universität München
Modell
Das folgende Modell stellt eine Konzeption für einen parametrischen Raum dar, der zur Entwicklung mehrdimensionaler Situationen dient. Es kann dabei nicht als Beschreibung einer spezifischen Architektur angesehen werden, sondern es versucht vielmehr neue Möglichkeiten bei der Wahrnehmung von Raum aufzuzeigen und das Bewusstsein für neue Zusammenhänge und Parameter zu schärfen. Die Möglichkeit der räumlichen Abstraktion ist dabei ein wesentliches Mittel, dem Benutzer mehr Freiheit bei der Wahrnehmung einzelner Raumsituationen und somit auch der eigenen Persönlichkeit einzuräumen. Innerhalb des beschriebenen Modells werden alle fünf menschlichen Sinne sowie die menschliche Imagination bei der Wahrnehmung gleichrangig mit einbezogen. Ausgehend von einem fiktiven Raumprogramm p wird die Wahrnehmung des Menschen in seiner vollen Bandbreite aktiviert und ihm dabei die Möglichkeit einer neuen Selbstbestimmtheit verschafft. Dies bezieht die Chance einer völligen Reduktion der sinnlichen Stimulation ebenso mit ein wie das Erschaffen von neuen Aktionsräumen aus der Kombination des Raumprogramms. Der parametrische Raum bezieht sich auf ein fiktives Raumprogramm p. Es baut auf einem mehrdimensionalen Koordinatensystem mit x-, y- und z-Achse und einem variablen Expansionsfaktor i auf.
x-Achse, Körperlichkeit der Sinne
Beginnend am Nullpunkt werden auf der x-Achse in gleicher Größe die fünf menschlichen Sinne s1 – s5 mit zunehmendem Grad an Körperlichkeit angeordnet: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten.
y-Achse, Öffentlichkeit der Programme
Auf der y-Achse werden die Programmbereiche p eines Raumprogramms angeordnet. Ihre jeweilige Größe ist von der Anzahl der Benutzer bestimmt. Die Anordnung auf der y-Achse ist von dem Grad der Öffentlichkeit abhängig, sie beginnt mit dem öffentlichsten Programmbereichen am Punkt null.
z-Achse, Intensität der Sinne
Als zusätzlicher Parameter wird auf der z-Achse der Bedeutungsgrad der einzelnen Sinne für die Funktion des jeweiligen Programmbereichs angetragen. Der Bedeutungsgrad äußert sich in einer bestimmten Intensität. Die Intensität nimmt nach oben hin ab und hat jeweils eine bestimmte Bandbreite. Intensitäten, welche sich über denen des umgebenden Außenraums befinden, sind negativ und liegen unterhalb der Nullebene. Die Nullebene wiederum ist variabel und abhängig von der momentanen Intensität des Außenraums.
i-Faktor, Komplexität der Imagination
Die Imagination des Benutzers hat eine vom Nullpunkt ausgehende, maßstabsverändernde Wirkung auf die x-y-z-Achsen. In Abhängigkeit von der eigenen Imagination kann die Größe dieser drei Systemachsen verändert werden, sie können sich zusammenziehen oder ausweiten. Der Expansionsfaktor ist die Komplexität der Imagination. Je komplexer sie ist, desto geringer ist die relative Größe des Gesamtsystems und desto größer ist seine Kompaktheit und Intensität.
generierender Raum
Im folgenden Beispiel wird ein Raumprogramm mit sieben verschiedenen Programmen verwendet. Die einzelnen Programme werden bezüglich ihres Intensitätsspektrums der fünf Sinne analysiert. Abhängig vom Grad der Öffentlichkeit und der Benutzeranzahl ergeben sich innerhalb des dreidimensionalen Koordinatensystems die jeweilige Position der generierenden Räume.
spezifischer Raum
Die Dimension der Benutzeranzahl sowie die Position des Schwerpunkts der einzelnen generierenden Räume ergibt ein System an Koordinatenpunkten, welches zur Generierung der spezifischen Räume dient.
Der spezifische Raum ist ein Objekt, das keines mehr ist, dass sich durch seine Immanenz, durch seine Leere und immaterielle Gegenwart charakterisiert. Es zieht an den Grenzen der Leere das Filigran der Leere hervor und spürt an den Grenzen der Indifferenz den Regeln der Indifferenz nach.
Transferraum
Das gemeinsame Schnittvolumen zweier spezifischer Räume bietet die Möglichkeit des direkten Übergangs auf gleich bleibendem Intensitätsniveau.
Aktionsraum
Innerhalb des Systems können aus den unterschiedlichen generierenden Räumen gezielt einzelne Elemente ausgewählt werden. Somit wird es ermöglicht, aus den ursprünglichen Raumprogrammen heraus neue, benutzerspezifische Aktionsräume zu kreieren.
Nullraum
Mit zunehmenden Werten der z-Achse nimmt die Intensität der einzelnen Sinneswahrnehmungen ab. Die Stimulierung einzelner Sinne kann minimiert und eine äußere Beeinflussung bewusst vermieden werden. Innerhalb des Nullraums ist man nur noch auf seine eigene Körperlichkeit sowie seine eigene Geschichte bezogen. Der Nullraum baut dabei auf einer Reduzierung der Wahrnehmungsbandbreite auf. Fehlende Informationen werden durch Eigeninterpretation ergänzt, mentaler Raum entsteht. Die wenigen Einflussfaktoren verstärken durch die Abstraktion die eigene Fantasie sowie eine sehr persönliche Wahrnehmung des eigenen Ichs in Bezug auf den Raum.
Buch:
Unschärferelationen – Experiment Raum
Karin Damrau, Anton Markus Pasing
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Raumentgrenzung
Phänomene und Potentiale von Unbestimmtheit in der visuellen Raumwahrnehmung
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