Sprache + Raum
Zwischen uns
“… ich kann wir sagen, und du kannst wir sagen. aber wenn wir es sagen, ist es immer ich, das spricht. wenn wir wir sagen, tun wir so, als wäre nichts zwischen uns und ich und du wären eins. es ist immer einer von uns, der auch im namen des anderen spricht: der dessen namen usurpiert. wären wir wir, spräche es ohne uns, ausser uns, zwischen uns.
das ist zwischen uns. oder nichts, sage ich. das ist nicht möglich, sagst du. ein vergessen? frage ich. du sagst: nie! ich sage: ja … oder … und du sagst: es ist zwischen uns ein unendlicher text, zerknittert, entzweigerissen mittendurch; das papier vergilbt, ausgewaschen die schrift, verblasst; die ränder abgegriffen, zerfetzt; im regen hing er, der text (ein fahne? ein segel?) im wind … einen streifen in der linken hand, einen in der rechten, sitze ich da und greife den text auf, der zwischen uns wächst und wächst.
wenn wir miteinander reden, entlassen wir die worte ins dazwischen, wo sie vielleicht versickern oder vielleicht anders und anderes zu meinen anfangen, sich im zwischennebel verwirren, aus dem du oder ich sie als schein eines gemeinsamen sinns herausschälen. …”
Eleonore & Hans-Jost Frey
Buch: DAZWISCHEN beobachten und unterscheiden, Museum für Gestaltung Zürich
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Kommunikationsquadrat

Wenn ich als Mensch etwas von mir gebe, bin ich auf vierfache Weise wirksam. Jede meiner Äußerungen enthält, ob ich will oder nicht, vier Botschaften gleichzeitig:
– eine Sachinformation (worüber ich informiere) – blau
– eine Selbstkundgabe (was ich von mir zu erkennen gebe) – grün
– einen Beziehungshinweis (was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe) – gelb
– einen Appell (was ich bei dir erreichen möchte) – rot